Basiskompetenzen

Als Basiskompetenzen werden Fähigkeiten und Fertigkeiten verstanden, welche das Kind befähigen in der Gesellschaft einen individuellen Platz zu finden und sich mit den Gegebenheiten seiner Umwelt auseinander zu setzten. Man geht dabei von drei großen Bereichen aus, von der sozialen Eingebundenheit, des eigenständigen Handelns und von dem Kompetenzerleben des Kindes.

Soziale Kompetenzen

Wir verstehen jedes Kind als ein einzigartiges Individuum, welches in einer welt- und wertoffenen Gesellschaft aufwachsen soll.

Freundschaften und Beziehungen zu ihrem Umfeld (Kinder, Natur, usw.) sollen auf gegenseitigen Respekt und Sympathie gegründet sein. Die Kindergruppe kennzeichnet sich durch einen starken Zusammenhalt, in welcher man sich füreinander und vor allem für Benachteiligte und Schwache einsetzt. Die Kinder lernen durch gegenseitiges ausreden lassen, zuhören und nachfragen, sich in Andere hineinzuversetzen und so Gefühle und Bedürfnisse zu verstehen. Dieses Empfinden ist auch eine grundlegende Kompetenz, um Konfliktlösetechniken zu erlernen. Eigene Positionen beziehen und auch andere Meinungen akzeptieren zu können, führt zu gemeinsamen Kompromissen. Jedes Kind lernt dabei, für sein Verhalten und sein Erleben Verantwortung zu übernehmen.

Im Alltag werden die sozialen Kompetenzen eines Kindes in verschiedenen Bereichen gefördert, zum Beispiel:

  • Unterstützung von Rollenspielen der ganzen Gruppe im Freispiel
  • Tägliche Aufgaben gemeinsam meistern, Konfliktlösungen erarbeiten
  • Der Natur respektvoll begegnen und schützen, wir nehmen unseren Müll wieder mit
  • Bei Kinderkonferenzen, Kompromisse eingehen und Lösungen finden
  • Werte und Moralvorstellung werden zum Beispiel bei christlichen Festen thematisiert

Personale Kompetenzen

Durch ein positives Selbstbild und Selbstwertgefühl gelingt es Kindern autonom – also selbstgesteuert zu handeln. Sie sind Neuem gegenüber aufgeschlossen und so auch bereit, von außen herangetragenen Zielen anzustreben. Im Vertrauen auf ihr Können, entwickeln sie Vorlieben und suchen sich eigene Herausforderungen. Sie beobachten ihr Verhalten in verschiedenen Situationen, können dieses bewerten und sich dadurch Regeln leichter erschließen und sich daran halten. Durch diese Kompetenz sind  die Kinder in der Lage, bei auftretenden Problemen diese ebenso selbstständig zu analysieren, verschiedene Lösungsalternativen abzuwägen und für sich die passende Lösung auszuwählen.

Der differenzierte Wahrnehmung, der Denkfähigkeit, der Problemlösungsstrategien und auch der Phantasie und Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt und können individuell vom Kind erlebt und entwickelt werden.

Die grundlegenden Hygienemaßnahmen und eine positive Einstellung zur gesunden Ernährung, durch regelmäßige Kochtage und der Zubereitung von frischen Kräuter lernen die Kindern auf ihren Körper und ihre Gesundheit zu achten. Ebenso berücksichtigen wir die Selbstwahrnehmung der Kinder bei dem selbständigen Anziehen, die Kinder sollen selber ein Gespür dafür entwickeln, ob ihnen warm oder kalt ist. Bei Projekten darf jeder individuell entscheiden welches Thema für ihn interessant ist und worüber man mehr erfahren möchte.

Lernmethodische Kompetenzen

Lernmethodische Kompetenz bezeichnet die Fähigkeit zu wissen, wie man lernt.

Die Kinder erwerben neues Wissen und daraus resultierende Kompetenzen, bewusst und selbstgesteuert. Sie lernen, erworbenes Wissen anzuwenden, auf unterschiedliche Situationen zu übertragen und für Problemlösungen einzusetzen. Wichtig dabei ist auch, dass sie ihre eigenen Lernprozesse wahrnehmen und diese steuern und auch regulieren können.

Der Erwerb lernmethodischer Kompetenzen erfolgt durch die Auseinandersetzung mit Inhalten (Themen/Projekten) und deren Reflexion.

Kompetenzerwerb im Waldkindergarten:

  • Anregende Lernumgebungen: Vielfältige Waldspielplätze, sinnliches Erleben der Jahreszeiten, Funktionsbereiche /-materialien im Freispiel
  • Lernen durch Handeln: Sachverhalte erforschen, aus Fehlern lernen, Versuch und Irrtum
  • Methoden zur Wissensaneignung erfahren und umsetzen: Verschiedene Lernwege kennenlernen und ausprobieren, Reflexion von Themen und Projekten durch Gespräche und Dokumentation

Widerstandsfähigkeit (Resilienz)

Resilienz (Widerstandsfähigkeit) ist die Grundlage für eine positive Entwicklung, für die Gesundheit und das Wohlbefinden eines Kindes, sowie der Grundstein für einen kompetenten Umgang mit individuellen, familiären und gesellschaftlichen Veränderungen.

Resilienz bedeutet die Fähigkeit,

  • Schwierigkeiten zu meistern
  • Herausforderungen anzunehmen
  • Rückschläge auszuhalten

Die Kinder werden ermutigt, Herausforderungen positiv und nicht als Belastung zu sehen. Im Vertrauen auf ihre Kompetenzen und Stärken, meistern sie übertragene Aufgaben und die damit verbundene Verantwortungsübernahme. Sie erleben eigene Erfolgserlebnisse und ihr Selbstbild, -vertrauen wird so noch erweitert.

Die Fähigkeit Stress abzubauen und sich selbstbewusst Herausforderungen zu stellen, wird ihnen nicht nur bei dem Schulübertritt, sondern auch bei der Bewältigung anderer Veränderungen und Belastungen im späteren Leben helfen.

Durch Lob und Anerkennung bei schon kleinen Erfolgen im Alltag können Kinder in ihren Kompetenzen gestärkt werden. Wir nehmen ihre Anliegen ernst und übertragen ihnen Verantwortung (z. B. der selbständige Umgang mit Werkzeug im Freispiel). Kinder erleben Erfolgserlebnisse, welche je nach Entwicklungsstand unterschiedlich ausgelebt werden (z. B. auf Bäume klettern). Die Natur verhilft ihnen dabei Stress abzubauen, die Lebensfreude zu steigern und das seelische und körperliche Gleichgewicht zu fördern.